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Die Heilige Paraskevi
Agia Paraskevi GR

Paraskevi, die allgelobte Märtyrerin und Zeugin Christi wurde in den Tagen des Kaisers Hadrian geboren.  Ihr Vater war ein rechtgläubiger Christ, über alles reich. Der Gutherzige genannt, hatte eine Frau, auch sie Christin, Sie hieß Politeia. Ihr Haus hatten sie in einem Vorort der Großstadt Rom„ Bei aller Güte und Barmherzigkeit, wovon die beiden erfüllt waren, hatten sie kein Kind, weder Knabe noch Mädchen, Deswegen hatten sie ständig Kummer, obwohl sie sich ausgezeichnet verstanden, und deshalb baten die beiden Gott, er möge ihnen ein Kind schenken, nicht nur wegen des Erbes für den großen Reichtum, den sie hatten, sondern vor allem wegen der Nachfolge ihres Familiengeschlechts.

Der allgütige Gott, er tat diesen Gottesfürchtigen den Gefallen und erhörte ihr Gebet, wie auch der Prophet David sagt. So wurde nach etlichen Tagen Politeia schwanger und gebar diese Heilige am 6. Tag der Woche. Und als sie getauft wurde, gaben sie ihr deshalb den Namen Paraskevi. Das Kind zeigte von klein an, wie es sich später entwickeln sollte. Sie spielte nicht ungezogen, wie heutzutage die kleinen Mädchen, auch beschäftigte sie sich nicht mit unziemlichen Spielen noch hörte man Geschwätz oder Gequatsche aus ihrem Munde, sondern sie wurde von ihrer Mutter Politeia in allen gottgefälligen Werken erzogen, wie es sich gehört, dass Mütter ihre Töchter erziehen. Bei der Erziehung und Ausbildung, die die Heilige erfuhr, lernte sie auch die Heiligen Schriften. Deshalb ging sie der Kirche auch nicht aus dem Wege. Auch sah man sie nie, ohne dass sie ein Buch in den Händen hielt, ausgenommen nur, wenn sie aß oder sie den notwendigen Dienst am Körper verrichtete. Sie liebte ihre Jungfräulichkeit über alles, in der Nachfolge der hochheiligen Gottesgebährerin, weshalb sie nicht nur ihre Augen, die der Liebe den Weg zeigen, vor der Betrachtung der Männer schützte, sondern auch den Mund vor Zoten und die Ohren vor unziemlichem Gerede.

Aber die Heilige, diese Paraskevi, war nicht so (wie sehr viele damals mit lockeren Sitten). Denn sie wurde von ihrer Matter entsprechend erzogen, und sie hatte ihre Schönheit und ihren Zauber nicht auf die Liebe ungezogener Männer gerichtet, die mit gemeiner Unverschämtheit umhergehen, wo sie nur ein Mädchen sehen. Auch neigte sie. sich nicht vor den Fenstern, um die Seelen der Männer zu erhaschen, sondern sie war immer tätig. So, um ihre Seele zu schmücken mit Fasten, mit Enthaltsamkeit, mit Schweigen, mit Achtsamkeit, mit Almosen und mit all den gottgefälligen Werken. Viele vornehme Herren jener Zeit gedachten sie als Braut für ihre Söhne zu nehmen, einerseits wegen des väterlichen Reichtums, andererseits aber auch wegen ihres Liebreizes, am meisten aber wegen ihrer klugen Besonnenheit. Jedoch Paraskevi liebte die Jungfräulichkeit und wollte rein bleiben. Als unbefleckte Braut Christi wollte sie nichts über Heirat hören. So sahen es die Eltern, freuten sich und verherrlichten und dankten Gott, dass er ihnen ein solch gesegnetes Kind geschenkt hatte.

Als die Heilige zwanzig Jahre alt war, starben ihre Eltern und hinterließen jenen großen Reichtum in ihren Händen. Sofort zeigte sie dann ihre edle Einstellung. Denn sie benutzte den Reichtum nicht für die Behaglichkeit des Körpers, auch nicht für Festgelage und für Schmuck, sondern hörte auf Christus, wie er sagt im 12. Kapitel des Heiligen Evangeliums nach Lukas: „Verkaufet, was Ihr habt, und gebt es als Almosen. Macht Euch Beutel, die nicht alt werden, einen Schatz in den Himmeln, an den kein Dieb herankommt." So verteilte sie das alles an die, die Not hatten, an die Armen, in Seinem Namen. Dann ging sie in ein Frauenkloster, unterwarf sich der klösterlichen Ordnung und nutzte die Gelegenheit, in voller Unterordnung und Erniedrigung Gott zu dienen und arbeitete für die Vorsteherin des Klosters. Dann aber entschied sie sich, offen als Zeuge für den Namen Christi aufzutreten, auch als Blutzeuge. Hierfür bekam sie den Segen der Äbtissin und aller Nonnen als einen gutherzigen Reisegefährten, verließ das Kloster, um die Frohe Botschaft zu verkünden überall in Stadt und Land im Namen des wahren Gottes und unseres Herrn Jesus Christus.

In jener Zeit war Kaiser des alten Roms Antoninus, genannt der Fromme. Er war damals noch Götzenanbeter. Er wurde Kaiser nach Hadrian, etwa 14o Jahre nach der Fleischwerdung Christi. Indessen verkündigte Paraskevi die Frohe Botschaft und viele von den Griechen und Juden hörten ihre Worte und bekehrten sich zur Gotteserkenntnis. Die Juden, die in einer der Städte wohnten, wo die Heilige verkündigte, ein wie immer missgünstiges Volk und sehr großer Feind der Christen, sahen, dass die Christen an Zahl zunahmen, Sie nahmen keine Rücksicht auf ihren Glauben, verspotteten ihn und eilten zu Antoninus. Sie verleumdeten die Heilige, indem sie sagten:  „O Kaiser, der Du lange leben mögest! Alle anderen sind überzeugt von der Verordnung Deiner Herrschaft. So eine Frau, mit Namen Paraskevi, verkündigt Jesus, den Sohn Mariens, den unsere Väter gekreuzigt haben als Verführer und Antigott, und sie sagt, dass dieser der alleinige wahre Gott sei. Die unter Deiner Herrschaft anzubetenden Götter aber seien taube und gefühllose Hölzer!" Das hörte Kaiser Antoninus, geriet voll Zorn, und sofort brachte ein abkommandierter Soldat die Heilige vor ihn. Als er aber ihre Schönheit sah, war er ganz in Erstaunen gesetzt und begann mit Schmeicheleien, sagte zu ihr: „0 Paraskevi, ich, bei der Macht der großen Götter, lobe Deine Jugend, und deshalb rate ich Dir, den Göttern zu opfern, die Dir Deine Schönheit gegeben haben. Denn wenn Du also tust, wie ich Dir sage, will ich Dir viele Geschenke geben. Wenn Du aber nicht willst, dass ich Dir gewogen bleibe, und Du unseren Befehlen nicht gehorsam zu sein scheinst, wisse, dass ich Dich bestrafen will mit Folter, welche den Menschen schon allein vom Hören und sich Vorstellen bestürzt machen. Keineswegs auszudenken, man könnte das selbst erleiden.“ Dieses und anderes mehr sagte der Kaiser und schmeichelte der Heiligen auch. Diese aber machte ihm zugewandt das Zeichen des edlen Kreuzes und antwortete ihm: „Glaube nicht, o Kaiser, dass ich aufgrund solcher Schmeicheleien oder solcher Drohungen meinen geliebten Herrn Jesus verleugnen will. Denn es gibt keine Folter, weder Bestrafung, noch Umerziehung, die mich trennen könnte von Seiner Liebe." Als der Kaiser das hörte, überkam ihn ein großer Wutanfall, und er befahl seinen Soldaten, einen eisernen Helm so zu erhitzen, dass er rot werde, und dann diesen auf den Kopf der Heiligen zu stülpen. Aber Gott, der einst die drei Jünglinge im Feuerofen beschützte und sie nicht verbrennen ließ, er wirkte auch jetzt an der Heiligen ein Wunder. Denn Er wollte sagen, dass, als ob die Heilige kühlen Tau auf ihrem Haupte habe, sie auf diese Weise auserwählt worden sei.

Viele der anwesenden Griechen glaubten sofort an Christus, als sie dieses eigenartige Wunder sahen. Diese aber befahl der Kaiser auf verschiedene Art zu töten, die einen zu enthaupten, andere zu verbrennen, wieder andere im Fluss von Rom , dem Tiber, zu ertränken, von anderen sollte die Haut abgezogen werden. Diese bestrafte er auf solche Weise. Die Heilige aber befahl er, ins Gefängnis zu werfen, bis er erwogen habe, auf welche Weise er sie bestrafen und töten werde. Während die Heilige im Untersuchungsgefängnis eingeschlossen war, betete sie unter Tränen zum Herrn und sagte:„beschütze mich, Herr, bei dem wahren Glauben an Dich und befreie mich vom Ärgernis des Hasses, damit ich meine Seele für Dich öffne." Gegen Mitternacht erschien ihr ein Engel des Herrn. In seinen Händen hielt er ein hellleuchtendes Kreuz, Rohr, Schwamm und Dornenkrone, Er sagte zu ihr: „Sei gegrüßt, Paraskevi, Heldin des Herrn. Habe keine Angst vor den Foltern der Tyrannen, weil unser Herr, der das Kreuz für die Rettung der Menschen angenommen hat, und mit der Dornenkrone bekränzt wurde, sich vorgenommen hat, Dein Helfer zu sein, um Dich zu befreien von aller Versuchung, die über Dich kommt!" Und der Engel sagte dies zur Heiligen, löste sie aus den Fesseln und entschwebte zum Himmel. Die Heilige aber hörte die Worte des Engels und verharrte im Gebet, bis der Tag anbrach.

Am Morgen befahl der Kaiser, die Heilige zu sich zu bringen. Als die Soldaten kamen, um die Heilige vorzuführen, sahen sie, dass sie von den Fesseln befreit war und waren in Erstaunen gesetzt. Als sie diese vorführten, sagte der Kaiser: „Wohl denn, o Paraskevi, bist Du zur Vernunft gekommen angesichts der gestrigen Bestrafung oder verbleibst Du bei dieser Dummheit?" Die Heilige indessen antwortete: „Meinst Du, hochverehrter Kaiser, dass Du mit diesen Bestrafungen den unerschütterlichen Turm meiner Seele zum Schwanken bringen könntest? Leichter ist es, das Eisen weich zu machen als mein Gewissen zu verbiegen? Wenn Du willst, stelle mich auf die Probe, damit Du die Kraft meines Christus erfährst" Als der Kaiser das hörte, wurde er ganz falsch vor Zorn. Sofort befahl er den Soldaten,  die Heilige mit den Kopfhaaren an einen aufrechtstehenden Balken zu hängen, dann brennende Kerzen zu nehmen und damit ihre Achselhöhlen und die anderen Glieder des Körpers zu verbrennen. Die Heilige aber überstand auch diese Leiden, schmähte den Kaiser und verspottete die vermeintlichen Götter.

Als aber der Kaiser sah, dass die Heilige sich durch diese Folter überhaupt nicht beeindrucken ließ, befahl er, Öl und Teer in einen großen Kessel zu schütten und kräftig zu kochen, dann sie hineinzuwerfen. Das alles geschah, aber die Heilige blieb mitten im Kessel frisch und unversehrt, und sie grüßte, als ob sie sich in einem kühlen Garten befände. Der Kaiser sah das und staunte über ihr großes Wunderwerk. Er ging zum Kessel und sprach zur Heiligen:„Besprenge mich mit diesem Öl, O Paraskevi, das in dem Kessel ist, damit ich mich vergewissere. Denn eigentlich brennt der Teer und das Öl, so bilde ich es mir ein. Was aber immer ich bei Dir sehe, Du verbrennst nicht!" Daraufhin füllte die Heilige ihre beiden Hände mit jenem Öl-und Teergemisch, und schleuderte es in das Gesicht   des Kaisers. Sofort wurden die Pupillen seiner Augen geblendet, und mit lauter Stimme schrie der Kaiser:„Bedaure mich, Sklavin des wahrhaftigen Gottes, gib mir das Licht meiner Augen zurück und ich glaube an den Gott, den Du verkündest." Da stieg die Heilige aus dem Kessel, heilte den Kaiser an Leib und Seele, taufte ihn im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, der einen Gottheit.

Und Kaiser Antoninus, auf solche Weise Christ geworden, legte den ruchlosen Glauben der Griechen ab. Die Heilige indessen verließ die Großstadt Rom und ging in andere Städte und Länder, und verkündete den Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Sie ging also in eine andere Stadt, in der ein anderer Herrscher regierte, genannt Asklepios, und verkündete auch dort freimütig das Wort der Wahrheit. Das vernahm der Herrscher und stellte sie auf die Probe. Er sagte zu ihr: „Woher bist Du, oh Frau, und wer ist dieser Gott, der neue, den Du verkündest?" Die Heilige aber rief an den Namen des Erlösers Christus, und durch das Vorbild des edlen Kreuzes geprägt, antwortete sie: „Woher ich bin, oh König, ist nicht wichtig für Dich zu wissen, noch nützlich. Der Gott aber, den ich verkünde, ist nicht neu, wie Du sagst, sondern er ist zeitlos und ewig, er hat den Himmel und die Erde und alles auf ihnen erschaffen. Er kam zur Rettung der Menschen auf diese Erde, ist Fleisch geworden und wurde gekreuzigt, ist aufgefahren in den Himmel und wird wiederkommen, um die Welt zu richten und jeden einzelnen zu messen nach seinen Taten. Diesen Gott verkündige ich, diesen bekenne ich als den wahren Gott. Deine Götter, die vermeintlichen, die den Himmel und die Erde nicht geschaffen haben, sind verloren, wie schon der Prophet Jeremias sagt."

Dies hörte Asklepios, und aufgewühlt über die Worte der Heiligen, ließ er sie zu einem Drachen bringen, der außerhalb der Stadt hauste. Ihm wurden die Verurteilten vorgeworfen. Ein Drachen ist anfangs eine Schlange, gut ernährt und älter wird sie groß und furchterweckend, dann wird sie Drachen genannt. Als sich die Heilige jenem Ort näherte, wo das Ungeheuer hauste, und der Drache sie sah, brüllte er mächtig, riss sein Maul auf und spie gewaltige Mengen Rauch, als ob er sie verschlingen wollte. Die Heilige aber blieb nahe bei dem Drachen stehen und rief:  „Du oberboshafte Bestie, es ist gekommen über dich der Zorn Gottes, und hier ist deine Vernichtung angekündigt, weil du so viele Unschuldige aufgefressen hast." Sie sprach dieses, hauchte den Drachen an, und auf der Stelle (Oh, der Wunder Dein, Christ König, wie groß die Gabe Deiner Heiligen) zischte jener furchtbare Drachen gewaltig, drehte sich um sich selbst und platzte in zwei Stücke. Dieses eigenartige Wunder sah Asklepios, und alle mit ihm glaubten an den Herrn Jesus Christus und wurden unter der Leitung der Heiligen auf den Namen der heiligen und lebensspendenden Dreieinigkeit getauft. Und diese, auf solche Weise zum Glauben gekommen und getauft, priesen Christus. Die Heilige indes verließ jene Stadt und zog in andere Städte und Länder und verkündete Christus.

Sie kam in eine andere Stadt, über die ein anderer Herrscher regierte, Tarasios genannt, und verkündete auch dort das Wort der Wahrheit. Als Tarasios davon erfuhr, stellte er sie zur Rede und sprach: „Welcher boshafte Dämon hat Dich hierhergebracht, Frau, dass Du die großen und ewigen Götter schmähst, und dass Du irgendeinen unbekannten Gott verkündest, einen gestrigen und vorgestrigen, geboren vor 15o Jahren in den Tagen des Kaisers Augustus! Die Juden haben ihn gekreuzigt wie einen Verbrecher, Verführer und Antigott." Die Heilige antwortete: „Kein boshafter Dämon hat mich hierhergeschickt, o König, um die Wahrheit zu verkünden, sondern Christus, der wahre Gott. Er hat mich geschickt, damit ich verkünde den Zeitlosen von seiner Göttlichkeit her, den Zeitlichen von seinem Fleische her, den über das Leid Erhabenen und den Leidgeprüften, den Unsichtbaren und den Sichtbaren, den Nichterschaffenen und den Erschaffenen; das eine aus der göttlichen Natur, das andere aus der menschlichen. Diesen verkündige ich als den ewigen Gott, diesen allein bekenne ich. dass er der wahre Gott und der vollkommene Mensch ist. Die Götzenbilder, die tauben und gefühllosen, die ihr, die unvernünftigen Griechen, bebend anbetet, ich mache mich lustig über sie und trete sie mit Füßen, weil sie nichts anderes sind als seelenloses Holz oder gefühllose Steine." Das hörte der König und war gewaltig aufgebracht, und sofort befahl er den Soldaten, in einen großen Kessel Öl, Teer und Blei zu werfen und das Ganze sehr gut zum Kochen zu bringen, und dann die Heilige hineinzuwerfen. Aber was für ein Wunder wirkte Gott, für den die Heilige das erlitt?

Währenddessen schickte Er einen Engel, der den babylonischen Schmelzofen besänftigte; auf diese Weise entsandte er zu jener Stunde einen Engel als Lichtgestalt, der herabkam, die Flammen im Keim erstickte und die drei hocherhitzten Stoffe kühler als Wasser machte. Dieses Wunder führte viele von den Griechen zur Gotteserkenntnis. Aber der gewissenlose Tarasios - er hatte ein verhärtetes Herz - befahl wiederum den Soldaten: „Ergreift diese ruchlose und Gotteslästerin und spannt sie gegen den Boden. Dann nehmt rohe Sehnen von Rindern und peitscht sie aus, bis sie den großen Göttern opfert oder an den Qualen stirbt." Der Herrscher konnte den Satz nicht beenden und schon wurde der Befehl ausgeführt. Was aber machte die Heilige? Dort zeigte sie ihre Standhaftigkeit. Weil irgendeiner sagen wollte, dass ein anderer gestraft werde. Auf diese Weise erschien die Heilige ganz froh, sich des Lebens freuend. Zwei bis dreimal wurden die Soldaten abgelöst, aber die Heilige blieb sie selbst, man könnte sagen, dass sie sich in einem schönen Garten befinde, so nahm sie ihre Züchtigung auf. Als der ruchlose Herrscher solche Beharrlichkeit der Heiligen sah, schämte er sich vor den Herumstehenden, weil er es nicht vermochte, eine Frau wie diese zu bezwingen, und er befahl, sie in den Kerker zu werfen, dort sie, ausgestreckt auf der Erde, an vier Punkten anzunageln und dann eine große Platte auf ihre Brust zu legen. Derart sollte die Gestrafte liegen bleiben, bis er darüber nachgedacht habe, mit welchem Tod er sie auslöschen wolle.

In jener Nacht erschien der Heiligen Christus mit einer großen Schar von Engeln und Erzengeln als Lanzenträger (Leibwächter) und sagte zu ihr: „Sei gegrüßt, edle Jungfrau Paraskevi, habe keine Angst vor den Foltern, denn meine Gnade will mit Dir sein, um Dich zu befreien von allem Schrecken. Noch ein wenig Geduld, und Du wirst kommen, um mit mir in meinem ewigen Königreich zu sein." Das sprach Christus und heilte ihre Wunden. Sofort nachdem Er sie aus den Fesseln gelöst hatte, entschwand Er zum Himmel. Einige Zeit später entsandte der Herrscher Soldaten, die die Heilige ihm vorführten. Als er aber sie ganz unverletzt sah, mit keinerlei Zeichen von den gestrigen Wunden, erstaunte er und sprach zu ihr: „Du siehst, Frau, dass Dich die menschenfreundlichen und großen Götter lieben. Denn, weil ihnen Deine Schönheit leid tat, haben sie Deine Wunden geheilt, damit Du nicht irgendeine Hässlichkeit auf Deinem Körper haben solltest. Sei auch Du nicht undankbar ihnen gegenüber, sondern eile mit mir in ihren Tempel, damit Du sie anbetest und große Geschenke von meiner Herrschaft erhältst." Die Heilige erwiderte: „Nicht Deine Götter gaben mir, oh König, die Gesundheit zurück, sondern Christus, der wahre Gott, an den ich glaube und den ich anbete. Jedoch, da Du sagst, wir sollten in den Tempel Deiner Götter gehen, lasst uns annehmen, die zu sehen, von denen Du sprichst, dass ich sie anbeten solle." Erfreut hörte das der König und glaubte, die Heilige umgestimmt zu haben. Auf der Stelle befahl er seinem Gefolge und dem ganzen Volke, zum Tempel zu eilen. Die von ihrer Freude verwirrten Griechen wünschten dem König ein langes Leben.

Als alle zum Tempel gekommen waren, warteten sie, um zu sehen, was die Heilige machen werde. Sie aber erhob ihre rechte Hand zum Standbild des Apollon und sprach: „Willst Du, lebloses Standbild, wie ein Gott von mir ein Opfer annehmen?" Und mit diesen Worten machte sie auch ihr Kreuz. Der Dämon aber, der in dem Standbild wohnte, rief mit gewaltiger Stimme: „ Weder ich bin ein Gott, noch ein anderer von uns, sondern allein der, den Du verkündest, ist der wahre Gott. Wir sind zuvor Engel gewesen, durch unseren Stolz wurden wir Teufel, und von damals an betrügen wir die Menschen wegen unseres Neides, und sie verehren uns als Götter." Die Heilige antwortete:  „Weshalb dann bleibt ihr hier stehen, obwohl ich die Sklavin des wahren Gottes bin?" Zugleich mit der Stimme der Heiligen vernahm man ein Getöse und Durcheinander sowie Jammergeschrei von den Götzenbildern des Altares. Sie fielen herunter und zerbarsten. Daraufhin ergriffen die Tempelpriester und andere aus der Volksmenge vor dem Altar, schleppten und prügelten sie, brachten sie aus dem Tempel und schrieen zum König: „Töte diese Ruchlose und Verspötterin der Götter, töte sie, bevor sie sowohl den Tempel als auch Dich, unseren König, stürzt.“ Als das der König hörte – er erkannte, dass er es auf keinen Fall vermochte, weder mit Schmeichelei noch mit Drohung noch auf irgendeine andere Art, ihren Sinn zu ändern - fasste er über sie folgenden Beschluss: „Paraskevi, die Verspötterin der Götter, die unser Wohlwollen verachtet hat, die den verführerischen Christus als wahren Gott verkündet, ich befehle, sie aus der Stadt zu führen und ihr den ruchlosen Kopf abzuschlagen." Und der König befahl es! Die Soldaten ergriffen die Heilige, führten sie aus der Stadt heraus, um sie zu enthaupten.

Als sie zum Richtplatz angekommen waren, bat die Heilige, ihr eine kleine Zeit zu lassen, um ihr Gebet zu verrichten, und sie gewährten sie. Daraufhin beugte sie die Knie und erhob ihre Hände zum Himmel, ihren Sinn zu Gott, und betete: „Herr Jesus Christus, Sohn und Wort des unsterblichen Gottes, der Du zu unserem eigenen Heil von den Himmeln herabgestiegen bist und auf die Erde kamst, ich bitte Dich, dass Du mich für würdig findest, die Folter und Bestrafung in Deinem Namen zu überstehen. Ich lobpreise Dich, dass Du mich für würdig befunden hast, Deinem Leiden zu folgen. Ich singe Dir Lob, dass Du mir die Kraft gibst, für Deine Liebe den Märtyrertod zu sterben. Du hast mich würdig gemacht für Dein Königreich. Und sobald ich durch Deine Liebe die Folter und Züchtigung überstanden habe, dann hast auch Du, mein Gott, mich für Dein Königreich für würdig befunden. Nimm meine armselige und Ruhe suchende Seele in die Schar der klugen Jungfrauen auf." Dann beugte die Heilige mit tiefer Freude den Nacken, und sie wurde von einem Soldaten gemäß dem Befehl des Königs enthauptet.

Und ihre rechtschaffene und hellleuchtende Seele fuhr auf in die ewigen Wohnungen, in die unendliche Freude, zu den Chören der auserwählten Frauen und in das Königreich des Himmels. Christen, die sich versteckt hielten aus Furcht vor den Griechen, nahmen sich des hochverehrten Leichnams an, rieben ihn mit Salböl und wohlriechenden Kräutern ein, legten ihn nieder an einem herausragenden Platz, und verherrlichten und priesen Gott. Gott wollte, dass er die Heilige bewunderungswürdig mache, und wirkte unzählige Wunder über Ihrem Grab. Deshalb kamen viele Kranke dorthin, und allein die Erde von ihrem Grab berührend, wurden sie geheilt. Lahme richteten sich wieder auf, Blinde wurden wieder sehend. Viele Besessene wurden geheilt, viele unfruchtbare Frauen gebaren. Auch andere Wunder und eigenartige Zeichen ereigneten sich wegen ihres Glaubens an denen, die ihre Fürbitte anriefen. Wenn jemand wollte, das ausführlich zu erzählen, würde er jenen ähnlich sein wollen, die zählen wollen die Sterne des Himmels oder den Sand am Meer. Nicht nur in alten Zeiten wirkte die Heilige Wunder, sondern auch heute noch an denen, die sie gläubig anrufen. In ihr finden sie eine bereite Gehilfin in jeder Frage des Seelenheils. Das ist das Martyrium der heiligen Paraskevi, gesegnete Christen! So kämpfte sie bis zum Tode für die Liebe Christi. Und Christus schätzte sie auf diese Weise, sowohl in seinem himmlischen Königreich als auch in dieser wahrnehmbaren Welt. Sie ist nicht der Ort, an dem man an Christus glaubt und Paraskevi nicht ehrt oder nicht wenigstens ihren Namen gehört haben könnte.

Bei der heiligen Frohen Botschaft, Christus Gott, erbarme Dich und rette uns. Amen.

 

- Text aus einer griechisch-orthodoxen Heiligenlegende -

Übersetzt von Gerold Flosdorf/Siegen